Qualifizierungsmaßnahme für Menschen in Werkstättenbeschäftigung:Neue Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt

Die Qualifizierungsmaßnahme für Menschen in Werkstättenbeschäftigung wurde vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Projektträger gefördert. Ziel war es, Menschen durch Qualifizierung neue Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu eröffnen und Inklusion ganz praktisch zu leben. Über einen Zeitraum von elf Monaten bereiteten sich die Teilnehmenden auf ihre künftigen Aufgaben in der Betreuung und Alltagsbegleitung von Kindern, älteren Menschen und pflegebedürftigen Menschen vor. Von montags bis donnerstags sammelten sie praktische Erfahrungen in Kindertageseinrichtungen, Tagespflegen oder auf Wohnbereichen, freitags vertieften sie ihr Wissen am Caritas Bildungszentrum.
Auf dem Stundenplan standen unter anderem Kommunikation, Biografiearbeit, der Umgang mit Menschen mit Demenz, Erste Hilfe, Hauswirtschaft, der Einsatz von Hilfsmitteln sowie die Begleitung von Menschen am Lebensende. Darüber hinaus lernten die Teilnehmenden, Betreuungsangebote zu planen und durchzuführen sowie die Rechte der betreuten Menschen zu achten und zu stärken.
Feierlicher Abschluss
Den feierlichen Abschluss bildete zunächst ein Wortgottesdienst in der Kirche. Anschließend kamen alle Beteiligten in der Akademie Klausenhof zusammen. Die Absolventinnen und Absolventen blickten gemeinsam mit Familien, Lehrkräften und Projektpartnern auf die vergangenen Monate zurück. Für besondere Stimmung sorgte ein Lied, das der Kurs mithilfe künstlicher Intelligenz selbst geschrieben hatte. Ein Video mit den Höhepunkten der vergangenen Monate weckte viele Erinnerungen und zeigte, wie eng die Gruppe zusammengewachsen war.
Schulleiterin Tatjana Laing würdigte in ihrer Abschlussrede die Entwicklung jedes Einzelnen. Unter dem Leitgedanken des Buchstabens „i“ spannte sie den Bogen von Initiative, Individualität und Integration bis hin zu Ideen, Identität und Investition. „Ihr seid mein i-Tüpfelchen der letzten Monate. Mein persönliches i-Tüpfelchen“, sagte sie zu den Absolventinnen und Absolventen.
In sehr persönlichen Worten hob sie die Stärken aller Teilnehmenden hervor. Sie erinnerte an Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Humor, Verantwortungsbewusstsein, Kreativität und gegenseitige Unterstützung. Gerade die Unterschiedlichkeit der Gruppe habe den Kurs geprägt. „Ihr habt mir bewiesen, dass unperfekt perfekt ist“, sagte Laing. Kein Lehrbuch könne vermitteln, wie man Menschen in ihrer Individualität begegne oder echtes Interesse am Gegenüber zeige. Haltung sei keine Frage der Intelligenz, sondern des Miteinanders.
Besonders freute sie sich darüber, dass alle 14 Absolventinnen und Absolventen auch nach Abschluss der Qualifizierungsmaßnahme im sozialen Bereich tätig bleiben. Damit habe sich die Investition aller Beteiligten gelohnt. „Ihr habt euer Ziel erreicht. Herzlichen Glückwunsch.“
Kooperationspartner
Ihr Dank galt ebenso den zahlreichen Kooperationspartnern in Kitas, Tagespflegen und Wohnbereichen sowie den Mentorinnen und Mentoren, die die Teilnehmenden während ihrer Praxiseinsätze begleitet haben. Auch die Integrationsassistentinnen und Integrationsassistenten von Haus Hall, der Stiftung Tilbeck und der Caritas Büngern-Technik sowie Familien und Freunde hätten entscheidend zum Erfolg beigetragen. Ein besonderer Dank ging außerdem an das Kollegium des Caritas Bildungszentrums Rhede. Die Lehrkräfte hätten den Unterricht mit viel Engagement gestaltet, Strukturen geschaffen, persönliche Anliegen begleitet und die Prüfungen vorbereitet. Stellvertretend hob Laing ihre Kollegin Amrei Underberg hervor, die den Kurs unter anderem bei Ausflügen und zahlreichen Projekten begleitet habe.
Dass das Pilotprojekt so erfolgreich verlaufen ist, führen die Verantwortlichen auch auf die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten zurück. Gemeinsam habe man dazu beigetragen, Menschen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen und Inklusion mit Leben zu füllen. Die Erfolgsgeschichte könnte schon bald weitergehen: Bereits jetzt laufen Gespräche über die Förderung eines zweiten Kurses. Gelingt die Finanzierung, soll die nächste Qualifizierungsmaßnahme im Jahr 2027 starten.
Die Absolventinnen und Absolventen: Patrick Barendonk, Tiziana Crognale, Kerstin Damer-Sicking, Marvin Lee Deupmann, Veronique Dieker, Yvonne Ertmer, Khashayar Kazemi Moghaddam, Marvin Klein-Hitpaß, Dana Kramer, Hakon Schmidt, Vera Sytar, Leonie Teurlings, Paula Wellmann, Chantal Zydorczyk